Andreas Schulz, Leiter internationales Produktmanagement, ELO Digital Office
SharePoint 2010 steht in den Startlöchern und soll die Anwender von seiner Funktionalität überzeugen. Häufig muss den Anwendern aber noch erklärt werden, was genau Sharepoint kann und nicht kann.
Wir sprachen dazu mit Andreas Schulz, Leiter internationales Produktmanagement bei ELO Digital Office.
Kommt Sharepoint wirklich bei den Anwendern an oder herrscht hier eher noch Unklarheit, wofür sich Sharepoint einsetzen lässt?
Schulz: Der Sharepoint-Server ist im Großkundensegment angekommen und erreicht jetzt auch immer mehr den Mittelstand. In der Regel kennen die Unternehmen das Einsatzspektrum von Sharepoint. Die Herausforderung ist dabei sicherlich dessen hohe Funktionalität. Daher ist er eher als Basistechnologie zu sehen, auf der individuelle Lösungen aufgebaut werden können.
Noch immer lebt Sharepoint durch die Veredelung von anderen Anbietern. Wofür reichen die Kernfunktionen wirklich?
Schulz: Sharepoint gilt als DAS Werkzeug für ein effektives Collaboration-Management. Er ist als Webanwendung konzipiert und positioniert sich als zentrale integrierte IT-Plattform für Intranet-, Extranet- und Internetanwendungen. Die Verzahnung mit der Microsoft Office-Suite macht das Produkt vor allem für Microsoft-Anwender sehr attraktiv.
Wo hat Sharepoint immer noch Lücken und wie füllt man diese?
Schulz: Lücken finden sich im Prinzip entlang des kompletten Dokumentenlebenszyklus. Sharepoint bedient keine Themen wie Scannen und Klassifizieren von Dokumenten sowie die revisionssichere Langzeitarchivierung. Auch die Integration in heterogene IT-Umgebungen bleibt außen vor. Darüber hinaus sind Workflow-Funktionalitäten in Sharepoint nur rudimentär enthalten.
Wie weit kann man als Sharepoint-Partner am Produkt mit entwickeln?
Schulz: Das Produkt bildet die Basistechnologie, also quasi das Frontend-System für Lösungsszenarien, welche die Partner nutzen können, um ihre eigene Lösung für den Kunden zu veredeln und an dessen Bedürfnisse anzupassen. So bietet zum Beispiel Elo ein Modul an, das die eigene ECM-Suite an die führenden ERP-Systeme sowie andere Geschäftsapplikationen anbindet. Austausch und Suche nach Dokumenten werden damit geschäftsübergreifend möglich.
Was sind die Hauptprobleme beim Kunden, die er mit Sharepoint lösen will?
Schulz: Kunden nutzen das Produkt vor allem für die Teamarbeit. So können Anwender oder Teams damit rasch und flexibel Webseiten einrichten, um anderen Usern oder Teams Dokumente zur Verfügung zu stellen. Der Auslöser für die Anschaffung von Sharepoint ist sicherlich das exponentielle Wachstum unstrukturierter Daten sowie überlaufende Fileserver.
Welche Trends zeichnen sich für Sharepoint ab?
Schulz: Das Internet ist aus unserer Zeit nicht mehr wegzudenken. Alles verlagert sich zunehmend in Richtung Web. Diesen Trend wird Sharepoint weiterhin aufgreifen und sich darüber hinaus sicherlich noch stärker im Verbund mit dem Microsoft Office-Paket als Standard etablieren.